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Ein Abendvers zur guten Nacht ...

für alle die noch nicht schafen können:


Lass uns tanzen mit den Träumen
Mit den Feen dort im Baum
Lass uns singen Abendlieder
Komm zu mir in meinen Traum.

Lass dich fangen von den bunten
wilden, frechen Fantasien
Von den märchenhaften Wesen
um dem Tagwerk zu entlflieh’n

Abendsonne sinkt hernieder
taucht den Tag in goldnen Schein
Malt der Welt ein Königreich
zeigt wie schön es könnt doch sein.

Siehst du schon die Drachenschwingen
hörst du schon der Elfen Lied?
Riechst du schon den Duft der Farben?
Komm schon, komm doch mit mir mit

sanfte Wogen dich umgeben
zart streift einer Feder Saum
deine müden Augenlider
zieht dich mit in unseren Traum.

Schlaf nun selig und in Frieden
Schlaf und träum' vom Ringelreihen
lass uns tanzen mit den Träumen
jetzt im goldnen Abendschein.

 

23.11.12 04:12


Das Ende eines Sommers - Märchen

Das Schweige im Walde …

Die kleine Waldnymphe lag traurig auf ihrem umgefallenen Baumstamm. Seit Tagen erfuhr sie nicht eine Geste der Hoffnung. Hatte die Sonne sie vergessen? War sie am Ende gar untergegangen und das obwohl der Sommer nicht einmal ganz vorüber war? Noch flogen die weißen Spinnenfäden und auch die Beeren an den Sträuchern leuchteten in sattem Rot …

Herbstnebelkälte durchzog am Morgen die Glieder der kleinen Waldnymphe, doch sie bemerkte die Kühle kaum. Sie trauerte um den Sonnenschein, der noch vor wenigen Wochen ihr Herz erwärmt hatte. Einsam kauerte sie sich zusammen und wartete voller Sehnsucht darauf, dass ein Sonnenstrahl, sie zärtlich wach küsste.

Vergangen war die Wärme des Frühlings in ihr längst noch nicht, doch wurde es Herbst. Die Blätter fielen und bald schon würde aus dem empfindsamen Sonnenkind eine hartherzige Eisfee werden. Wenn nicht ein Wunder geschah das sie vor der Eiseskälte schützte, war sie verloren. Doch mit Wundern war das so eine Sache, man musste daran glauben damit sie geschahen. Und den Glauben hatte die kleine Waldnymphe längst verloren. 

„Willst du das?“, schrie sie stumm die Sonne an, die sich hinter den Wolken verkroch. „Willst du dass ich erfriere?“

Doch die Sonne hörte ihre stummen Schreie nicht.

Die kleine Waldnymphe sah ein, dass auf den Sommer der Herbst folgen musste und auch der Winter schon mit großen Schritten nahte. Das wärmende Feuer das die Sonne in ihr entzündet hatte, würde dem Frost nicht trotzen der mit kühler Hand schon bald nach ihrem Herzen griff. Die Macht der Sonne hatte ihre Kraft verloren. Die Flamme in ihr glomm inzwischen Zart.

„Herausreißen soll der Winter den letzten Funken aus meiner Brust“, dachte sie trotzig und spürte wie eine warme Regung langsam durch ihre Glieder schlich. Die kleine Waldnymphe blinzelte, irrte sie sich oder war es ein lauer Lichtstrahl, der sich da zeigte? Müde geworden, wischte sie die aufkeimende Hoffnung beiseite.

Überlebenswille kroch leise in ihre Gedanken.

„Steh auf!“, befahl ihr der Drang sich zu verändern. „Steh auf und kämpfe!“

„Wofür soll ich kämpfen, wenn mein Herz nicht auf mich hört, will es doch lieber in eisiger Winternacht erfrieren, damit die Liebe zur Sonne ein Ende findet.“ 

„Sei nicht töricht, es wird einen neune Sommer geben“, flüstert der Drang sich zu verändern hoffnungsschwanger.

„Nein“, sagt die Waldnymphe und zog aus einem Instinkt heraus ihre Beine noch dichter an ihren Leib heran, als ob sie sich so vor dem Unweigerlichen schützen könnte.

„Nein“, dachte sie, „lieber sterbe ich mit dem Herbst im Winter und erfriere. Noch einmal kämpfe ich nicht.“

„Wenn du nicht weißt, wie groß die Liebe der Sonne zu dir ist, dann hast du es nicht anders verdient“, riet ihr Gewissen zu bedenken.

„Paperlapap“, wischte die Waldnymphe den Einwand des Gewissens mit einer müden Geste ihrer Flügel beiseite. Denn auch die Flügel waren von der Kälte ganz steif geworden. Auch sie brauchten die Sonne, damit die kleine Waldnymphe fliegen konnte. Selbst wenn der Wille sie aufraffte, würden die Flügel ihren Dienst versagen. Zu lange hatte sie abgewartet und gehofft.

Nun war jegliches Gefühl in ihr verstummt – Eingefroren in winzigen Kristallen. Die Gewissheit mit der das Unabwendbare herbei nahte, ignorierte sie gekonnt. In blindem Wahn, ging sie davon aus, dass der Sommer ewig dauern würde.

Doch auf kürzere Tage, folgten längere Nächte. Die Herbstzeitlosen verblühten im Schatten der bunten Bäume und die ersten Bodenfröste, machten das Moosbett hart und unbequem. Die kleine Waldnymphe ertrug den Schmerz in ihrer Unbeweglichkeit tapfer, denn auch ihre Glieder durchzog der Frost mit Steifigkeit. Mit jedem Tag der verging wurde ihre Haut fahler und weißer.

Jedes Mal, wenn die Sonne zufällig durch das sich lichtende Blattwerk der Bäume fiel, glänzte ein zartes Lächeln auf den glasigen Wangen der kleinen Waldnymphe. Der Wandel ging langsam voran und ohne dass sie es bemerkte. Mehr und mehr zog sich das Feuer aus ihr zurück und überließ dem frostigen Eis seinen Platz in ihrem Herzen.

In einer frostklirrenden Winternacht, erfror das kalte Herz und hörte auf zu für die Sonne zu schlagen.

In jener Nacht ward die Eisfee geboren. Von wunderschöner, kristalliner Gestalt, glitzerte sie in allen Farben des Regenbogens, doch an Stelle eines Herzens trug sie nun einen harten Kristall in ihrer Brust der zur Liebe nicht taugte.

Sie war unfähig geworden, die wärme der Sonne zu spüren.

Als der Frühling kam, und mit ihm die ersten wärmenden Sonnestrahlen, erinnerte sich die Sonne an die kleine Waldnymphe die sie im letzten Jahr verlassen hatte und sie erkannte das Antlitze ihrer Liebe in dem kalten Wesen.

„Lass mich dir helfen“, sprach die Sonne. „Meine Kraft ist groß genug um das Kalte von dir zu nehmen.“

Kaum ausgesprochen, sammelte die Sonne all ihre Kraft um den Wandel umzukehren.

Da die Eisfee sich nicht vorstellen konnte wovon die Sonne sprach, sah sie schaulustig geworden zu. Sie kannte nur die kühle Zeit des Winters und erinnerte sich nicht an den Sommer in dem die kleine Waldnymphe so leidenschaftlich für die Sonne tanzte. Sie wusste nichts von der wärmenden Kraft und reckte sich den starken Strahlen entgegen.

Unter streichelzarten Sonnenstrahlen schmolz die Eisfee und tat ihren letzten Flügelschlag als tränender Tautropfen der sich auf einem Wildrosenblatt niederließ.

Seither sieht man den Tau an einem schönen Sommermorgen auf Wiesen und Blättern, denn nur in der kühlenden Nacht tanzt die Eisfee noch heute einsam durch die Wälder, ehe die Sonne sie am Morgen küsst.

19.11.12 19:59


Der Adventskalenderengel

Als ich ein Kind von vier, vielleicht fünf Jahren war, hatte die Weihnachtszeit einen besonderen Glanz. Plätzchen rochen nicht einfach nur nach leckerem Gebäck. Weihnachtspätzchen waren kostbare Schätze die es nur in der Vorweihnachtszeit gab. Nicht wie heute, da man die Leckereien schon kaufen kann sobald der Sommer sich dem Ende zuneigt.

Noch heute liebe ich Zimt auf Vanilleeis und heißen Apfelstrudel, weil es mich an das Gebäck meiner Mutter erinnert. Ja, damals war die Welt noch in Ordnung.

In einem Jahr, ich ging in den Kindergarten, ließ der Zauber der Weihnacht plötzlich nach. Ich begann zu hinterfragen und nahm mir vor dem Christkind einen Wunschzettel zu schreiben. Ob ich schon schreiben konnte weiß ich heute nicht mehr, doch als wissbegieriges Kind und um nicht den Aussagen meiner großen Schwester zu trauen was  es im Fernsehen gab, hatte ich mir die Buchstaben schon vor der Schule selbst beigebracht.

Vielleicht malte ich die Wünsche auch einfach auf den Zettel. Selbst wenn ich mich heute nicht genau erinnere wie ich meinen Herzenswunsch auf Papier brachte, weiß ich doch noch sehr genau was ich mir damals wünschte.

Ich hatte die bunten Bilder des Adventskalenders genau studiert und wusste wie ein Engel auszusehen hatte. Auf meinem war eine Vielzahl der kleinen Himmelsboten abgebildet und ich wollte nichts sehnlicher als einmal in meinem Leben einen solchen Engel sehen.

An einem Morgen in der Vorweihnachtszeit, meine Mutter stand immer zeitig auf und lüftete das ganze Haus durch, schlich ich mich ins Wohnzimmer ans offene Fenster und platzierte meinen Wunschzettel auf der Fensterbank nach draußen. Dann legte ich mich auf die Lauer um zu beobachten wie ein Adventskalenderengel meine Wünsche abholte.

Ich saß fünf Minuten in der Kälte, beobachtete den Himmel und starrte in dir Dunkelheit des klaren Wintermorgens, als plötzliche ein Engel heranschwebte und sich vorsichtig meinem Wunschzettel näherte. Ich sah genau wie seine goldenen Flügel glänzten wie leuchtend das himmelblaue Kleidchen sich im kühlen Wind bewegte und wie er mit zarten Fingern nach meinem Zettel griff um einen Blick darauf zu werfen, als meine Mutter das Zimmer betrat und schimpfte ich würde mir den Tod holen, wenn ich mir nicht was überziehen würde.

Nur einen Moment in dem ich abgelenkt war; der Engel war fort und mit ihm mein Wunschzettel.

Aufgeregt erzählte ich was ich gesehen hatte, wobei mir natürlich kein Mensch glaubte. Am selben Tag fand ich eine goldene Locke auf der Straße vor unserem Haus. Meine Schwester meinet das sei Tannenbaumschmuck den irgendjemand verloren hätte und zog mich mit meiner Annahme es handele sich um eine Strähne des Haares meines Weihnachtsengels auf. Ich ließ die feinen Fäden liegen, weil ich schon groß sein wollte wie sie. Im Nachhinein wünschte ich mir, ich hätte sie behalten. Nur ich weiß, dass alles genauso passiert ist wie ich es hier erzähle, denn ich traf den Engel viele Jahre später wieder. Zwar konnte ich ihn nicht mehr sehen, doch ich spürte seine Anwesenheit deutlich.

Ich war dreiundzwanzig als meine Mutter starb und ich vermisste sie mit jedem Jahr das verging mehr. Gerne hätte ich ihr noch gesagt, dass ich sie liebe. Ich kann mich an ihre weiche Haut erinnern, wie sie mir aus ihrem Krankenbett die Wange strich und mich fragte ob ich Sehnsucht hätte. Sie war sehr Krank und der Tod eine Erlösung. Ich betete viel in dieser schweren Zeit. Nach außen verleugnete ich meinen Glauben, doch im inneren glaubte ich fest.

Viele Jahre später, inzwischen war ich ende dreißig, traf ich durch Zufall auf ein Medium, welches mir den Kontakt zu meiner verstorbenen Mutter ermöglichte. Ich suchte nach einem Haken an der Sache, ließ es mir lange Zeit durch den Kopf gehen und bestellte dann einen Jenseitskontakt.   

Am Vorabend des Readings stand ich in meinem Wohnzimmer und die Zweifel an der Sache plagten mich, als ich plötzlich an meinen Weihnachtsengel denken musste. Einfach so, ohne ersichtlichen Grund fiel er mir in diesem Moment wieder ein und ich bat im Stillen, wenn etwas dran sei an dieser Geschichte, sollte meine Mutter den Engel erwähnen den ich als Kind sah.

Wenige Tage später erhielt ich einen langen Brief der in den Worten meiner Mutter geschrieben wurde. Die Wortwahl, die Aussagen, alles las sich als ob sie selbst ihn verfasste. Die Krönung des Briefes allerdings war ein Satz, ein einziger Satz der mich von seiner Echtheit überzeugte.

Das Kind sah einen Engel.

Meinen Weihnachtsengel, sie hatte ihn erwähnt und mir wurde leicht ums Herz.

Seither ist Weihnachten für mich ein Stück Heimat, ganz gleich wo ich bin.

Oh ja, ich liebe Weihnachten sehr und in jedem Jahr keimt ein wenig Hoffnung wenn ich des Nachts am Fenster sitze und auf meinen Engel warte.

20.12.10 21:24


Hinter verschlossenen Türen

Das Kämmerlein in meiner Brust

Das ich so streng behüte,

verschließ in sich so manchen Frust

und auch ein wenig Güte.

 

Mal ist mir so, als könnt ich schrei’n

Mal sing ich leise Lieder

Mal hab ich Grund mich zu erfreu’n

Und manchmal heul ich lieber

 

Die Tage sind wie sie gemacht,

nicht immer freudvoll heiter,

doch leb ich lieber in der Nacht

als dunkeler Begleiter.

 

Die Dunkelheit sie flüstert laut in meinem Kämmerlein

Und wenn mich mal die Trauer packt sperr ich sie ganz schnell ein.

 

Des Schattengleiters Ungeschick

Ist seiner Tage Bürde

Wenn er nicht bannt sein Missgeschick

So nimmt er keine Hürde

 

So sucht’ ich mir die Stille aus

und frön’ der Einsamkeiten

zieh mich zurück ins Scheckenhaus

vorüber zieht die Zeit

12.10.10 09:40


Vierjahreszeitenbilder

Herbstmelancholie

Wehmütig weht der Wind über die Heide.

Ein Schäfer treibt sein Vieh zur letzten Reise,
sich satt fressen bevor der erste Schnee den Boden bedeckt.


Winterdepression

Dunkelheit umfängt den Tag.

Der Sonne kraftlos Scheinen reicht kaum hin bis zur Herzenstür.
Tränen der Trauer fließen leise.


Frühjahrsmüdigkeit

Trägheit dominiert die Zeit – die Welt versinkt im Gähnen

Einzig die Frühblüher strecken ihre Köpfe
der neuen Sonne entgegen.


Sommerlaune

Fast Stöhnend knarrt das trockene Holz

eines alten Schuppens unter der Hitze
Leichtfüßig tanzt eine Libelle über dem sumpfigen Wasser des Sees
.

28.5.10 05:03


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