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Um vier bei mir ...

„Wach auf – wach endlich auf! Wann merkst du, dass du einer Seifenblase nachjagst, die schon längst zerplatzt ist?“
Veronika konnte herrlich direkt sein - wenn sie, wie grade, versuchte mir meinen Kopf zu Recht zu rücken. Ich schaute sie aus meinen babyblauen Augen fragend an und zog eine Schmollschnute.
„Du nimmst mich nicht ernst“, warf ich ihr vor. „Niemand nimmt mich ernst.“
„Ha“, lachte sie sarkastisch, „wenn du nur irgendwann erwachsen wirst, nehme ich dich ernst.“
„Aber wer sagt denn, dass eine erwachsene Frau keine Träume haben darf? Wo steht das geschrieben? Zeig es mir und ich hör sofort damit auf.“
„Sybille, wenn du dich hören könntest. Manchmal denke ich, du bist in der Pubertät stecken geblieben. Führst dich auf wie ein Teenager. Unrational und bekloppt. Da ist meine Tochter mit sechzehn erwachsener.“
„Manchmal hörst DU dich an wie meine Mutter. Bille hier, Bille da … Was kann ich dafür wenn ich ihn immer noch liebe?“
Triebfeder unseres Streites war meine vor Jahren verflossene Jugendliebe Ruben, dem ich per Zufall über den Weg lief. Ich kann nicht leugnen, dass ich dem Schicksal hier ein wenig auf die Sprünge half, doch das würde ich nie und nimmer zugeben.
„Jetzt wo die Schreckschraube das Zeitliche gesegnet hat, kann ich doch meine Fühler ausstrecken. Mal sehen wie er so reagiert.“ Ich hoffte, dass auch er mich nicht vergessen hatte.
„Bille du hast über zwanzig Jahre nicht von ihm gesprochen. Mal ehrlich, hätte er dich gewollt, hätte er Sabine damals den Laufpass gegeben. Schlag ihn dir aus dem Kopf!“
Natürlich hatte ich nicht von ihm gesprochen, was nicht hieß, dass ich nicht oft an ihn dachte. Ich hielt nur lieber meinen Mund um Diskussionen wie diese zu vermeiden. Hätte ich Veronika an meinen heimlichen Träumen teilhaben lassen, säße ich vermutlich schon seit Jahren in einer Anstalt. So gerne ich sie hatte, so wichtig sie mir war, in Punkto Ruben unterschieden sich unser Geister.
„Ich will ihn und Punkt.“
„Hallo geht’s noch? Er ist keine Katalogware die du einfach so bestellen kannst.“
Und wie ich konnte. Unzählige Wunschzettel hatte ich geschrieben auf denen sein Name stand, doch auch das behielt ich geflissentlich für mich.
Den letzten hatte ich gestern Abend bei Vollmond abgeschickt. `Kaffee mit Ruben um vier bei mir` hatte ich drauf geschrieben. Ich schielte zur Uhr.
„Wolltest du nicht gehen? Deine Tochter wartet sicher schon auf dich.“, versuchte ich sie samt des leidigen Gesprächs los zu werden.
„Du hast Recht. Süße wir sehen uns morgen?“
Ich nickte.
Küsschen links, Küsschen rechts und ein überfürsorgliches auf die Stirn. Ich seufzte.
„Was mir noch einfällt, Moni fragt ob du Samstag mit zum Segeln kommst?“
„Mal sehn“, antwortete ich knapp und öffnete die Wohnungstür.
Ich stutzte, Veronika entglitt das stumme Lächeln.
Da stand Ruben, in seiner Hand ein Riesenstrauß.
„Du hattest mich zum Kaffee eingeladen“, sagte er und hielt mir die Rosen unter die Nase.
Hatte ich …?

23.5.10 05:00
 


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